Flaschentasche aus Jeans

Datum: 11.09.2025

Alte, kaputte Jeans stapeln sich. Was tun? Bei solchen mit geradem Beinschnitt drängt sich die Verarbeitung zur Flaschentasche geradezu auf, oder? Vor allem, wenn der Saum einen schönen, echten Gebraucht-Effekt aufweist. Ideen, daraus eine „Geschenkverpackung für ein edles Fläschchen“ zu kreieren, füllen das Internet zur Genüge. Passender finden wir einen handfesten Träger für 6 Flaschen, der wahlweise auch für den stabil stapelbaren oder "schlanken" Einkauf (Joghurtgläser, Gurke, Porree, Möhren, …) oder das Picknick (Behälter mit Dips, Baguette, Gläser, Getränke, …) genutzt werden kann.

Legen wir los: Von drei Jeans werden die unteren gut erhaltenen Beinteile in einer Länge von ca. 36 cm abgeschnitten. Die Hosenbeine verschiedener Jeans dürfen durchaus unterschiedlich breit sein, Hauptsache beim Zusammennähen liegen die richtigen Paare beieinander. Jeden Stofftunnel am anderen Enden mit einer Naht schließen. Die Ecken auseinanderziehen und so falten, dass sie einen rechtwinkeligen Zipfel mit der Naht in der Mitte bilden. Diese Dreiecke an jedem Hosenbein in derselben Größe markieren, in unserem Beispiel 4,7 cm beiderseits der Naht, hier absteppen und abschneiden. An diesen gleich breiten Abschnitten stoßen die Hosenbeinpaare später aneinander und bilden die Taschenbreite, in diesem Fall knapp 19 cm.

Für das Zusammenfügen der Einzelhüllen nun aus restlichem Hosenstoff 3 cm breite Streifen schneiden, und zwar 6 Streifen so lang wie die Hosenbeinabschnitte und für den Boden drei Streifen so lang wie die drei Beinpaare nebeneinander breit sind, plus Saumzugabe an den Enden der Streifen. Nun werden für den Taschenboden die Hüllen angeordnet und auf dem mittleren Bodenband festgenäht. Für die Seiten können die Bänder aufgelegt und festgesteppt werden oder als Unterlage für eine Fixierung der Seitenteile mit Zickzackstich genutzt werden. Nun noch die seitlichen Bodenbänder festnähen. Für mehr Stand und präziseren Halt die vier Ecken schmalkantig absteppen.

Zum Schluss aus weiteren Hosenstoffresten einen Griff zaubern und in die noch offenen Seitenteile der einzelnen Hosenbeine an der Oberseite der Tasche per Hand einnähen. Die restlichen Öffnungen zwischen den einzelnen Flaschenfächern ebenso mit Nadel und Faden schließen. Auch dies geht voraussichtlich am besten mit der Hand.

Keine drei Hosen zur Verfügung? Dann so: Die Abschnitte oberhalb des Knies von Hose eins oder zwei nutzen oder bei einer Hose die Beinlänge in drei gleiche Teile zerschneiden. Diese meist schräg zulaufenden Mittelstücke einfach mit einer Naht begradigen und den überstehenden Stoff abschneiden. Nun die Hosenbeinschläuche für den oberen Taschenrand auf einer Seite säumen.

Ganz ohne Zipfel bilden, abnähen und abschneiden können die Seiten für den Boden auch gleich passend zugeschnitten und später an den Querseiten zusammengenäht werden, ein Vorgehen, das ohne zusätzlichen Stoffbedarf für die Streifen auskommt. Dazu werden am unteren Ende der Hüllen links und rechts der geplanten Bodennaht Quadrate mit exakt gleicher Seitenlänge ausgeschnitten, aber Achtung: Die Nahtzugabe für ganz unten beachten, also z.B. 4 cm von der Seite und 5 cm von unten einschneiden. Der verbliebene Steg unten wird geschlossen. Die Hosenbeine jetzt in die eckige Taschenform ziehen und paarweise anordnen. An den äußeren Taschenteilen können die äußeren Nähte, die den Taschenboden formen, geschlossen werden.

Nun jedes Hosenbein auf rechts ziehen. Die noch offenen Nähte am Taschenboden zwischen den Hosenbeinpaaren werden nun innenseitig zusammengelegt und geschlossen. Jetzt die einzelnen Fächer hochklappen und eckig formen. Die Kanten der Fächer zusammen abstecken und aneinandernähen. Zu guter Letzt aus Stoffresten einen Griff formen und in die Zwischenräume zwischen den einzelnen Hosenbeinen einfügen und festnähen. Die übrigen offenen Schlitze zunähen. Dies geht erfahrungsgemäß am besten wieder mit der Hand.