das beste Taschentuch
Datum: 15.01.2025
kommt ohne Plastik aus. Taschentücher sind zu Hause und unterwegs praktische kleinen Helfer. Meistens läuft die Nase, manchmal rollen auch die Tränen, hoffentlich nur vor Freude und Glück. Ein Tuch griffbereit zu haben, ist einfach gut.
Weniger gut sind die vielen Folien: Eine Folie um 10 Papiertaschentücher und noch einmal einer Plastikhülle um viele Päckchen als Verkaufseinheit. Und gar nicht gut sind die unsichtbaren Kunststoffe, die als Nassfestmittel den Zellstoffen zugesetzt werden, damit die Tücher im feuchten Zustand nicht sofort reißen. Diese Chemikalien, meist Melamin-, Glyoxal- oder Polyamid-Epichlorhydrin-Harze, sind der Grund dafür, dass Taschentücher niemals Ersatz für Klopapier sein dürfen, sondern die Klos verstopfen können, in den Klärwerken nicht zerfallen und im Rechenraum aufwendig entfernt werden müssen.
Taschentücher aus der Rupf-Box zu nehmen, sind ein erster Schritt zu weniger Plastik. Der Blaue Engel auf einer Box zeigt an, dass Verpackung und Tücher aus dem Papier-Recycling stammen. Doch auch hier landet viel Zellstoff im Restmüll und wird dem Kreislauf entzogen. Für unterwegs sind dann persönliche Falttechniken gefragt und vielleicht die Suche nach einem Täschchen oder einer Schachtel zur sauberen Aufbewahrung? Oft leistet dies bereits die Hosen- oder Jackentasche. Aus hygienischen Gründen werden dies Orte jedoch weder für das frische noch für das benutzte Tuch empfohlen.
Taschentücher aus dünnem, saugfähigen Baumwollstoff sind gut für die Nase und die Umwelt, trotz des enormen Aufwands für die Stoffherstellung. Mit demselben Ressourcenverbrauch könnte ein großer Stapel an Papiertaschentüchern produziert werden. Daher sind viele Nutzungen erforderlich, bis das Tuch Baumwollstoff mit dem Berg von Zellstofftüchern gleichziehen kann. Aber ab dann liegt das Stofftaschentuch vorn. Die heiße Wäsche ist noch zu berücksichtigen und zu veranschlagen. Daher sollten überlegt werden, wo die dünnen Tücher eventuell Lücken in einer Waschladung schließen können, sozusagen als Trittbrettfahrer bei anderweitigem Ressourceneinsatz mitfahren. Glatt gestrichen auf die Leine gehängt verhageln weder Bügeleisen noch Wäschetrockner die gute Bilanz.
Die besten Stofftaschentücher sind diejenigen, die schon lange da sind, z.B. als Andenken an die Urgroßmutter oder als Geschenk mit Initialen bestickt, bisher nur im Schrank liegen. Jede Nutzung verbessert deren Ökobilanz hinsichtlich der Herstellung und spart den Aufwand für ein neues Tuch. Auch lassen sich aus vorhandenen Stoffen, z. B. alten Oberhemden oder Blusen, Vierecke ausschneiden und umsäumen, fertig sind die individuellen Taschentücher.
Noch mehr Gründe für Stofftaschentücher? Quatsch machen und Geschichten ausdenken.
- Aus einem Stofftaschentuch von ausreichender Größe lässt sich eine Kopfbedeckung improvisieren. Ein Knoten in jede Ecke, fertig ist der "Zipfelhut".
- So wird der Schmusebär zu Bat-Bär, die Puppe zur Superheldin: das Taschentuch um die Schulter gelegt, die Zipfel vor dem Hals verknotet, schon ist der Umhang für die Entfaltung der Superkräfte angelegt.
- Drei Taschentuchecken um Daumen, Zeige- und Mittelfinger verknoten, fertig ist die "Gespenster-Handpuppe".
Und für den Flirt nach alter Schule, das Taschentuch zum Fallenlassen! Ein Tüchlein, so dünn, so reich an Spitze, dass es weder Tränchen aufsaugen noch der Nase schmeicheln kann? "Das taugte nur zum Fallen-Lassen", wird Ihre (Ur-)Großmutter noch wissen. "Wenn Du an Deinem Auserwählten vorbeigelaufen bist, lässt Du das geschickt aus der Tasche rutschen und hoffst, Dein Kavalier hebt es auf und reicht es Dir. Natürlich musst Du Dir vorher gut überlegen, was Du dann sagen willst." So eine Szene mit Zellstoff? Auf jeden Fall anders!



